Tough Mudder 2016

Nach 5 Tagen wieder Schmerzfrei

Am Sonntag, 19.06. war es mal wieder soweit. Tough Mudder in Arnsberg.

Vor einiger Zeit hatte ich mich zu diesem Abenteuer erneut überreden lassen.

Mein zweiter Tough Mudder nach 2014.

 

Kurz vorher meldete sich dann der ‚Überreder‘ mit einer Knieverletzung ab.

Dafür ist dann VL Crew Member Many mit eingesprungen. Somit hatten wir zum ersten Mal eine kleine VL Crew am Start.

 

Wir waren zwar nicht auf dem Zenit des Trainingszustands, aber top motiviert den Schlamm zu besiegen.

Nach der Anfahrt nach Arnsberg sind wir schon auf dem Parkplatz im Matsch angekommen.

9000 Läufer, die bereits am Samstag das Gelände umgepflügt hatten, haben ihre Spuren hinterlassen. 

Nach dem check in und der Verzichtserklärung auf ALLES außer normal atmen, haben wir dann unsere Mitstreiter Thomas und Frank am Dixi Klo getroffen.

Zwei Jungs vom crossfit Düsseldorf, die unseren Gesamt-Bodymaßindex wieder einigermaßen auf Kurs brachten.  

Die Crew war startklar.

 

Das Aufwärmprogramm lief für alle erfolgreich, wobei wir uns am Rand aufhielten und die Konkurrenz beobachteten. 

Jung, gut trainiert und alle hatten beste Laune. Wir auch. Mit leichtem Sarkasmus und einigen Zweifeln ob 17 KM und 22 Hindernisse die richtige Sonntagbeschäftigung sind.

Dann ging es an den Start. Dafür musste man die erste Mauer überspringen. Da zeigte sich schon was sich den ganzen Lauf durchziehen sollte:

TEAM IST ALLES! Frank half mir mit der alten Räuberleiter drüber, die anderen haben es alleine gepackt.

Dann ein letztes Einschwören durch den Vorturner und ab ging es. Im Rauch der bengalischen Fackeln dem ersten Hindernis entgegen.

Bis dahin waren die schneeweißen VOLLLAUFEN Shirts kaum dreckig geworden.

Jetzt musste man unter Stacheldraht durch den Matsch in ein Matschbecken eintauchen und wieder raus! OK, wir waren im Rennen.

 

Endlich nasse Füße, nach 350 Metern. Durch den Dauerregen der letzten Tage und die 9000 Läufer von Samstag waren die Wege nur noch schlammig.

Ein Unterschied zu 2014, wo wir 25 Grad hatten und die Wege in gutem Zustand waren. 

 

Damit gedanklich beschäftigt kamen wir beim arctic enemy an. Ein Überseecontainer mit Eiswasser, in den man von oben eintauchen muss.

Das war dann auch zu viel für Manys VL buff, das in den ewigen Tiefen des Containers unter ging. SCHEißE! Er hat noch alles versucht, hat dann ein anderes an der Oberfläche treibendes abgefischt.

Wir kamen mit den ersten Mitstreitern ins Gespräch und hatten viel Spaß unterwegs. Einige Hindernisse und jede Menge Schlamm später kam der Libertor. Hier musste man eine Wand erklimmen, mittels anderer Stöcker, die in die Wand gesteckt werden mussten. 

MANYTIME! Hier erwies er sich als Lebensretter, da ohne ihn die übermotivierte Damen vor ihm an der anderen Seite abgeschmiert wäre. Heldenstatus war erreicht.

Obwohl er nicht gefrühstückt hatte war er extrem gut drauf und unsere Truppe war sehr homogen. 

 

Dann im Cage Crawl war spätestens alles klar mit Lust an Tough Mudder. Kopf nach oben im Wasser über uns Gitter und nur wenig Platz zum Atmen.

RAKETE habe ich gedacht, als die anderen an mir vorbei gezogen sind. 

 

 

Der nicht aufhören wollende schlammige Boden setzte uns jetzt doch schwer zu und ging uns gehörig auf den Zeiger. 

Beim Pyramid Scheme wurde es erotisch. Man musste über andere drüber steigen, um nach oben zu kommen. Ich kann mich an nix mehr erinnern, war aber glaube ich, nicht unangenehm.

Da bewundere ich die menschliche Fähigkeit des Verdrängens. 

 

Beflügelt dadurch kam eine vermeintlich einfache Übung. Huckepack. Jeder 50 Meter den andren tragen. 

Wir haben ja schwere Knochen, dadurch war das auch nicht ganz leicht. Manys Atem im Ohr und mich anfeuernd wie nen fettes Pony ging es aber dann doch.

10 km vorbei Hallelujah. 

Mittlerweile hatte sich herausgestellt, dass Frank Rekord laufen wollte und uns pushte. Frank the Tank war geboren. 

Wir waren aber schon mit den Gedanken beim Bier im Ziel und nicht für Rekorde zu haben. Frank trug es mit Fassung. Zum Glück.

 

Beim Funky Munky lagen wir alle sofort im Becken und waren endlich wieder komplett nass. 

Dann kamen die Berlin Walls. Muss man als Team machen, geht nicht anders. Haben wir gemacht und auch viele andere über die Mauer gebracht.

TEAMWORK. Dann der dezente Hinweis auf Joey Kelly, der 5 Meter mit seiner Truppe neben uns operierte. 

Watt is los? Joey Kelly der Extremsportler?

Jo, war er. Extrem war aber die Pocke. Hat scheinbar auch geheiratet. 

Ab da waren wir zusammen auf der Strecke mit seinem Team. Wir zwei immer eine Pockenlänge voraus. 

 

Der Birth Canal versetzte uns wieder in den Bauch unserer Mütter. Jede Menge Kilos Wasser auf dem Rücken robbend durch den Kanal.

Deshalb Tough Mudda? Ne, Tough Mudder. Stimmt schon. 

 

King of Swingers schien interessant zu werden, Trikottausch blieb aber aus und wir mussten erneut aus 10 Metern in ein Wasserbecken springen. 

Endspurt war angesagt. Den letzten Sprint den Everst hoch haben wir alle gemeistert. Dann kam noch die Electroshock Therapy. 

Ich durfte hier als Legionär kneifen. Many hat sich noch mal nen ordentlichen Stromschlag abgeholt und war dann im Ziel. HUT AB.

 

Dann die größte Überraschung: Es gab normales Bier im Ziel. Wir waren so froh, wir wollten direkt wieder los. NICHT!

Schwer gezeichnet aber stolz wie Sau haben wir unsere Finisher Stirnbänder und das Shirt abgeholt.

 

Die nächsten Tage kam dann alles ans Tageslicht. Schlamm weg – alle Blessuren wurden sichtbar. 

Der Muskelkater an Stellen, wo wir keine Muskeln erwartet haben, war extrem.

 

Nochmal? Mit Sicherheit. Aber dann mit größerer Crew. Müssen wir die anderen mal zwingen.

Oder jmd der Leser hier hat Bock auf die VOLLLAUFEN CREW?

Sagt Bescheid. 

 

Henrik 

 

 

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